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Xiaomi 17T und 17T Pro: Massiver Preissprung bei minimalen Upgrades

Xiaomi überrascht mit einem Nummernsprung und den neuen 17T-Modellen. Doch statt spürbarer Innovationen gibt es vor allem eine bittere Pille: deutlich höhere Preise bei fast identischer Hardware.

CR
Codekiste Redaktion28. Mai 2026

Xiaomi durchbricht seine eigene Release-Rhythmik und präsentiert überraschend die 17T-Serie – und überspringt dabei wie bei den Flaggschiff-Modellen die Nummer 16, um mit Apples iPhone-Nomenklatur gleichzuziehen. Doch wer bei den neuen „T“-Modellen auf gewohnte Preisleistungs-Könige hofft, wird enttäuscht: Die Geräte sind deutlich teurer geworden, ohne dass sich die technischen Spezifikationen im gleichen Rahmen verbessert hätten.

Preise: Das Ende der Preisleistungs-Krone?

Früher galten die T-Modelle von Xiaomi als Geheimtipp für Sparfüchse mit Anspruch. Mit der neuen Generation räumt Xiaomi mit dieser Tradition gründlich auf. Der Basispreis des Xiaomi 17T startet bei 750 € für die 256-GB-Variante – ein Aufschlag von satten 100 € im Vergleich zum Vorgänger. Wer mehr Speicherplatz benötigt und zur 512-GB-Version greift, muss sogar 900 € berappen. Einst waren es 800 €.

Hinzu kommt: Die üblichen Launch-Aktionen, wie etwa Gratis-Speicherverdopplungen oder 100-€-Rabattcodes, sucht man vergebens. Stattdessen bekommt man Abos für Google KI-Funktionen und kann nun „Xiaomi Care“ – ein dem AppleCare nachempfundenes Service-Paket – hinzubuchen. Das wirkt auf vielen Ebenen wie eine strategische Preisnachfrage, die den Kunden am Ende mehr kosten lässt, ohne dass er substantiell mehr Gerät bekommt.

Hardware: Evolution statt Revolution

Schaut man sich die Spezifikationen an, drängt sich der Eindruck eines minimalen Facelifts auf. Das Xiaomi 17T Pro setzt auf den neuen MediaTek Dimensity 9400, während das Basismodell mit dem 9400er-Vorgängerchip (Dimensity 9300) vorliebnehmen muss.

Echte Fortschritte gibt es beim Akku: Das Pro-Modell verbaut nun fette 7.000 mAh, das Standardmodell 6.500 mAh – jeweils gut 1.000 bis 1.500 mAh mehr als beim 15T. Der Preis für diese Ausdauer: Gewicht. Das Pro-Modell nähert sich der 220-Gramm-Marke und ist definitiv ein schweres Stück Technik, das man vor dem Kauf in die Hand nehmen sollte.

Beim Display gibt sich Xiaomi konservativ. Das 17T Pro bietet ein 6,83-Zoll-Panel mit 144 Hz, das Standardmodell ein 6,59-Zoll-Display. Beide Bildschirme sind minimal heller als ihre Vorgänger, echte Sprünge gibt es hier aber nicht.

Kameras: Auf Leicas Schultern stehen

Die Leica-Kooperation bleibt ein zentrales Verkaufsargument, doch unter der Haube hat sich erstaunlich wenig getan. Die 32-Megapixel-Frontkamera ist identisch zum Vorgänger. Auch beim Weitwinkel und der 5-fachen optischen Zoomkamera greift Xiaomi auf bekannte Hardware aus dem 15T Pro zurück.

Einzige Ausnahme ist die Hauptkamera des 17T Pro: Hier kommt statt des OmniVision 900 nun der OmniVision 950 zum Einsatz, der jedoch eine leicht schwächere Blende aufweist. Ob das in der Praxis durch die Leica-Bildverarbeitung kompensiert werden kann, muss ein ausführlicher Test zeigen. Das kleinere 17T nutzt weiterhin den gleichen 800er-Sensor wie das 15T.

Design und Unboxing-Experience

Xiaomi liefert die Smartphones in den Farben Schwarz, Weiß, Purple und einem überraschend schönen, matten Blau aus, das je nach Lichteinfall leicht ins Lila schimmert. Fingerabdrücke haben auf dieser matten Oberfläche kaum eine Chance – leider legt Xiaomi der edlen blauen Variante ein hässliches schwarzes Softcase bei. Immerhin: Das mitgelieferte Case ist aus weichem Material und den unliebsamen Hartplastik-Alternativen vorzuziehen. Weitere Box-Inhalte beschränken sich auf ein weißes USB-A-auf-C-Kabel, ein SIM-Tool und die üblichen Papiere.

An der Gehäusekanten gibt es physische Dual-SIM, eine Lautstärkewippe auf beiden Seiten (praktisch für Links- und Rechtshänder) sowie IP68-Zertifizierung. Während das Pro WiFi 7 unterstützt, muss sich das Standardmodell mit WiFi 6E zufriedengeben.

Update-Politik und Fazit

Xiaomi verspricht 4 bis 5 Jahre Android-Updates sowie 6 Jahre Sicherheitsupdates – ein Wert, der im Jahr 2024 zwar solide, aber nicht mehr branchenführend ist.

Das größte Problem der 17T-Serie ist der Timing- und Preiskonflikt. Die normalen Xiaomi-17-Flaggschiffe kamen erst kürzlich auf den Markt und sind im Preis bereits spürbar gefallen. Gleichzeitig gibt es im Android-Ökosystem etablierte Konkurrenten (wie das Samsung Galaxy S24 Ultra), die für unter 1.000 € zu haben sind. Wer von einem älteren Gerät wechseln will, sollte den klassischen Tipp beherzigen: Warten. Die 15T-Modelle sind mittlerweile für 500 bis 600 € absolute Preisleistungs-Schnäppchen. Die neuen 17T-Modelle zum Launchpreis von 750 € und 900 € ohne Rabattaktionen zu kaufen, ist angesichts der marginalen Updates schlichtweg schwer zu rechtfertigen.

Quelle: Technikfaultier

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