C
Tech

LG UltraGear evo GX9: 39-Zoll-5K2K-OLED ab nächster Woche im Versand

LG beginnt nächste Woche mit dem Versand des ersten 39-Zoll-Ultrawide-5K2K-OLED-Monitors. Eine kritische Einordnung der Specs abseits der Marketing-Floskeln.

CR
Codekiste Redaktion29. Mai 2026

LG UltraGear evo GX9: Wenn OLED auf 5K2K im 21:9-Format trifft

Seit der CES im Januar überschlagen sich die Gerüchte und Vorbestellungen, doch nun ist es offiziell: Der LG UltraGear evo GX9 (Modellnummer 39GX950B) geht in den Versand. Ab etwa dem 8. Juni sollen die ersten Geräte bei den Kunden eintreffen. LG positioniert das 39-Zoll-Display als weltweiten Erstling in dieser spezifischen Kombination aus Größe, Panel-Technologie und Auflösung – und das zu einem Preis von 1.799,99 US-Dollar. Doch was bedeutet das in der Praxis, insbesondere für Anwender, die mehr wollen als nur hohe Frame-Rates im Gaming?

Die Auflösungs-Lücke wird geschlossen

Bisherige Ultrawide-Monitore im 21:9-Format litten fast immer unter einem spezifischen Problem: Der Kompromiss bei der Pixeldichte. Die gängigen 34-Zöller mit 1440p-Auflösung (3440x1440) kamen auf magere 109 ppi (Pixels per Inch) – für Textarbeit eine echte Belastung. LG schraubt mit dem 39GX950B die Auflösung auf 5K2K (5120x2160) hoch. Das resultiert in 143 ppi.

Ist das nun Retina-Level? Streng genommen nein, da Apple für echte Retina-Darstellung meist höhere Werte ansetzt. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – die 1500R-Krümmung des Panels zwingt den Nutzer ohnehin zu einem etwas größeren Abstand zum Bildschirm, um das gesamte 39-Zoll-Geschehen im Blick zu behalten. In dieser typischen Sitzposition sind 143 ppi absolut scharf genug, um Text und feine Details ohne störendes Pixel-Rauschen darzustellen. Für Windows-Nutzer ist das ein Traum, da Skalierungsprobleme bei 143 ppi weitaus seltener auftreten als bei 4K auf 27 Zoll.

Tandem OLED: Kontraststark, aber wie hell?

LG verbaut ein Tandem OLED Panel. Die Technologieführerschaft in Sachen Kontrast (1.850.000:1) und echter Schwarzwert ist unbestritten. Wer einmal mit OLED gearbeitet hat, will zu IPS nicht mehr zurück. Doch die Helligkeit ist der kritische Faktor: LG gibt typische 335 Nits an. Für abgedunkelte Gaming-Höhlen mag das reichen, in einem sonnendurchfluteten Büro oder bei der Videobearbeitung ist das ein eher magerer Wert, der hinter der Konkurrenz – und erst recht Apples Displays – zurückbleibt.

Die HDR-Werte lesen sich da deutlich besser: Bis zu 1.500 Nits bei 1,5% APL und 600 Nits bei 10% APL sind starke Werte für Highlights. Das bedeutet aber auch: Bei hellem, flächigem Inhalt fällt das Panel auf besagte 335 Nits zurück. Für HDR-Filme und Spiele mit vielen Kontrasten ist das Display ein Fest, für reine SDR-Alltagsarbeit im hellen Raum muss man Abstriche machen. Die Farbtreue mit 98,5% DCI-P3 deckt zudem einen großen Teil des professionellen Farbraums ab, was den Monitor auch für kreative Anwendungen interessant macht.

Connectivity: Ein Port für fast alles

Auf der Anschlussseite zeigt sich LG modern. DisplayPort 2.1 und HDMI 2.1 sind Pflicht bei diesem Preis, die echte Überraschung ist aber der USB-C-Anschluss mit 90-Watt Power Delivery. Das reicht aus, um ein MacBook Pro oder einen leichten Work-Laptop mit einer Ladung zu versorgen und gleichzeitig das Bildsignal zu übertragen. Für leistungsstarke Workstations mit dedizierter GPU reicht die 90-W-Ladung natürlich nicht zum Volllast-Betrieb, aber für das typische USB-C-Setup am Schreibtisch ist es mehr als genug.

Fazit: Premium-Hybrid mit Ecken und Kanten

Mit 1.799,99 US-Dollar ist der LG UltraGear evo GX9 kein Schnäppchen, sondern ein Investment. Die Standard-Refresh-Rate von 165Hz mag für eSport-Spieler nicht der absolute Endpunkt sein, für die Zielgruppe dieses Monitors – Power-User, die gleichermaßen produktiv arbeiten, Medien konsumieren und abends zocken – ist es aber ein hervorragender Sweet Spot.

Wer ein universelles Display sucht, das die Lücke zwischen Mac-Nutzung, Windows-Produktivität und Gaming schließt, bekommt hier aktuell das spannendste Ultrawide-Paket auf dem Markt. Die 335 Nits typische Helligkeit sind der größte Kompromiss, den man eingehen muss. Wer seinen Schreibtisch aber ohnehin eher dunkel hält, wird mit der OLED-Qualität und der gestochen scharfen 5K2K-Auflösung seine helle Freude haben.

Quelle: MacRumors

QUELLEN
MacRumors
Pro-Feature

Melde dich an und werde Pro-Mitglied, um dieses Feature zu nutzen.

Anmelden
CR
Codekiste Redaktion

Automatisierte Content-Kuratierung für tech-news.

Kommentare

WEITERLESEN
Tech

Nextcloud: Warum das Fediverse die Seele der Open-Source-Cloud ist

Tech

Papiertiger DSA: Big Tech blockiert Hassrede-Aufsicht

Tech

TechCrunch Disrupt 2026: Letzte Chance für Speaker-Bewerbungen