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Gebraucht-PC vs. PS5-Preisschock: Wenn Sony dem Selbstbau hilft

Sony erhöht den PS5-Preis – ein beispielloser Zug. Linus Tech Tips baut einen Gebraucht-PC für denselben Preis und zeigt, wo Konsolen- und PC-Gaming heute wirklich stehen.

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Codekiste Redaktion28. April 2026

Die Neuigkeit sorgte für Aufsehen: Sony hat den Preis der PS5 in vielen Märkten spürbar angehoben – ein in der Konsolenhistorie nahezu beispielloser Schritt, der das Argument des „günstigen“ Konsolen-Gamins ad absurdum führt. Was für Konsumenten ein Rückschlag ist, nutzt der YouTube-Kanal Linus Tech Tips als Ausgangspunkt für ein Experiment: Kann ein aus Second-Hand-Teilen und Budget-Komponenten zusammengewürfelter PC die PS5 zu ihrem neuen, höheren Preis schlagen?

Der „Scrapyard“-Ansatz und die Intel-Strategie

Die Prämisse ist klar: Nicht der Neupreis der Konsole ist der Maßstab, sondern der aktuelle Straßenpreis nach der Erhöhung. Das Ergebnis ist ein PC für rund 544 US-Dollar – Controller inbegriffen. Interessant ist dabei die bewusste Entscheidung für vermeintlich „alte“ Technik. Als CPU kommt der Intel Core i5-12400F für nur 83 Dollar zum Einsatz. Warum? Intels Sex-Appeal bei Gamern ist in den letzten Jahren zugunsten von AMD deutlich gesunken, was die Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt dämpft. Gleichzeitig produziert Intel nach wie vor riesige Mengen, was zu einem Überangebot und fantastischen Preisen führt. Zwar hat der 12400F zwei Kerne weniger als die PS5-CPU, die modernere Architektur und 4,4 GHz Turbotakt gleichen das jedoch mehr als aus.

Auch beim Arbeitsspeicher greift das Build zu einer pragmatischen Lösung. Der Hype um KI-Rechenzentren hat DDR5-Speicher extrem verteuert. DDR4 hingegen, besonders weniger begehrte Kits, ist erschwinglich geblieben. Ein 16-GB-Corsair-Kit für 60 Dollar reicht aus, um die Konsole zu schlagen – ein Wechsel auf DDR5 würde das Budget um 150 Dollar sprengen.

Mainboard-Entwicklung und SSD-Falle

Ein bemerkenswerter Befund des Builds betrifft die Mainboards. Budget-Chipsätze wie der Intel H610 galten lange als absolute No-Go. Doch wie Linus Sebastian aufzeigt, haben sich die Einsteiger-Boards von „Niemals kaufen“ zu „ganz akzeptabler Kompromiss“ entwickelt. Das verwendete ASUS Prime H610M für unter 50 Dollar bietet nicht nur einen Upgrade-Pfad auf die 14. Generation, sondern unterstützt nun auch XMP für RAM-Übertaktung und bietet gleich zwei M.2-Slots.

Problematischer bleibt die SSD-Situation. Eine 1-TB-DRAMless-PCIe-4.0-SSD verschlang im Build 100 Dollar – ein Preis, der eigentlich bei 50 Dollar liegen sollte. Hier trifft die PC-Bauer aktuell die Inflation am härtesten, auch wenn sich bei Geduld Schnäppchen finden lassen.

Die Grafikkarte: Der 8-GB-Flaschenhals

Die GPU war die größte Überraschung. Ein Intel Arc B580 wäre naheliegend gewesen, ist aber auf dem Gebrauchtmarkt kaum zu finden. Die Wahl fiel auf eine gebrauchte Nvidia RTX 3070 für 215 Dollar. Die 3000er-Serie befindet sich aktuell in einem Sweet Spot: Zu alt, um für KI-Training relevant zu sein, aber neu genug für Features wie DLSS. Doch der Sieg hat einen Haken: 8 GB VRAM.

Der Realitätscheck: God of War, Returnal & Co.

Im direkten Vergleich mit der PS5 zeigt sich ein typisches Bild des PC-Gamings. In God of War Ragnarök liefert die PC-Version dank DLSS schärfere Texturen und bessere Fell-Darstellung. Allerdings offenbarte die RTX 3070 bei vollem VRAM ihre Schwächen durch störendes Flickern und LOD-Pop-In (Level of Detail), was manuelles Tweakn erforderte. Auch bei Returnal war das Bild auf dem PC anfangs deutlich schärfer und besser, die FPS brachen jedoch in komplexen Szenen auf unter 60 ein, sodass die Grafikeinstellungen auf Medium reduziert werden mussten. Death Stranding zeigte ein ähnliches Bild: Die Charakterdetails waren auf dem PC überlegen, doch die Distanz-LOD musste nachjustiert werden, um Pop-In zu vermeiden. Zudem bleibt die HDR-Kalibrierung unter Windows im Vergleich zur Konsole eine Zumutung.

Sonys 4D-Schachzug?

Fazit des Experiments: Der Gebraucht-PC liefert für den neuen PS5-Preis gleichwertige oder teilweise bessere Leistung. Doch wie ist Sonys Preispolitik zu bewerten? Ist die Erhöhung überhaupt real, wenn viele Händler die Konsole weiterhin günstiger anbieten? Eine plausible Theorie ist, dass Sony den Markt testet. Durch einen künstlich hohen MSRP können holiday-discounts als gigantischer Deal gefeiert werden. Gleichzeitig könnte Sony so den Preisrahmen für die zukünftige PS6 austesten, ohne bei deren Launch mit Preiserhöhungen negativ aufzufallen. Angesichts extrem teurer Fab-Zeiten für SoCs, RAM und SSDs ist Sony möglicherweise selbst noch unsicher, wie die Rechnung für die nächste Generation aufgehen soll.

Letztendlich beweist der Build von Linus Tech Tips eines: Erschwingliches Gaming ist möglich, wenn man bereit ist, Second-Hand-Märkte zu nutzen und – der wichtigste Unterschied zur Konsole – Zeit in die Konfiguration zu investieren. Die PS5 mag den Komfort haben, doch der PC bietet bei geschickter Teilewahl heute den besseren Gegenwert.

Quelle: Linus Tech Tips

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YouTube: Linus Tech Tips
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