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Ferrari Luce: Jony Ive designt das erste Elektro-Auto der Marke

Ferrari stellt die Luce vor: Das erste vollelektrische Auto der Marke, co-designt von Apple-Legende Jony Ive. Minimalismus trifft auf 640.000 Dollar Luxus.

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Codekiste Redaktion26. Mai 2026

Wenn Maranello auf Cupertino trifft

Ferrari hat offiziell die Luce vorgestellt – das erste vollelektrische Fahrzeug der traditionellen italienischen Marke. Doch der Name, der bei diesem Launch am meisten für Aufsehen sorgt, ist nicht Enzo Ferrari, sondern Jony Ive. Der ehemalige Chef-Designer von Apple, der für das minimalistische Design von iPhone, iPad und Mac verantwortlich zeichnete, hat die Luce maßgeblich co-designt. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das für 640.000 Dollar eine Brücke zwischen der emotionalen Welt der italienischen Sportwagen und der kühlen Ästhetik der Silicon-Valley-Tech-Giganten schlägt.

„Smooth, continuous, and uninterrupted“: Das Design-Diktat

Wer Jony Ive kennt, wusste, dass die Luce keine aggressiven Splitterspoiler oder überladenen Lufteinlässe bekommen würde. Die Formensprache des Elektro-Sportwagens beschreibt Ferrari als „smooth, continuous, and uninterrupted“ – glatt, durchgehend und ununterbrochen. Das Fahrzeug präsentiert sich in einer „shell-like form“, einer muschelartigen Form, die aerodynamisch nicht nur Sinn ergibt, sondern auch den typischen Ive'schen Fokus auf organische, fließende Linien aufweist.

Besonders markant sind die „floating front and rear aerodynamic wings“, die scheinbar schwerelose Front- und Heckflügel. Sie lösen sich optisch vom restlichen Körper und verleihen der Luce eine Leichtigkeit, die bei schweren Batterie-Sportwagen oft verloren geht. Ive hat hier offensichtlich darauf gedrängt, die Luce nicht als klobiges EV erscheinen zu lassen, sondern als skulpturales Objekt, das sich über den Asphalt zu gleiten scheint.

Nachhaltigkeit als Luxus-Statement

Ein Detail, das besonders ins Auge fällt, ist das Dreispeichen-Lenkrad. Es wurde aus 100 % recyceltem Aluminium gefertigt. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Widerspruch: Ein 640.000 Dollar teures Luxusgefährt, das auf recycelte Materialien setzt. Doch genau hier offenbart sich der moderne Ansatz. Nachhaltigkeit ist im Premium-Segment längst kein Verzicht mehr, sondern ein eigenes Luxus-Statement. Die Verarbeitung dieses recycelten Aluminiums dürfte dabei hochpräzise und makellos sein – ganz im Sinne der Apple-Produktphilosophie, bei der das Material als Inspiration für das Design dient.

Die „iPhone-ification“ des Automobils

Neben dem reinen Design ist ein weiterer tech-journalistischer Aspekt entscheidend: die Software-Integration. Ferrari bestätigt, dass es eine dedizierte App gibt, die Klimasteuerung, Ladeeinstellungen und den Status des Fahrzeugs anzeigt. Das klingt für den einen oder anderen nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber im Kontext von Ferrari nicht. Traditionelle Sportwagenhersteller haben oft mit veralteten Infotainment-Systemen zu kämpfen. Die Einbindung einer eigenen App, die das Auto als ein peripheres Gerät („peripheral device“) im digitalen Ökosystem des Nutzers betrachtet, riecht stark nach Apples „Walled Garden“-Strategie. Das Auto wird weniger als isolierte Maschine verstanden, sondern als ein Endpunkt in der digitalen Identität des Fahrers.

Kritische Einordnung: Verliert Ferrari seine Seele?

Die wichtigste Frage, die sich bei der Luce stellt, ist kultureller Natur: Verliert Ferrari durch die Kollaboration mit Ive seine Seele? Ferraris historische DNA basiert auf V12-Motoren, brachialer Lautstärke und einer fast chaotischen, emotionalen italienischen Designsprache. Ive hingegen steht für absolute Kontrolle, Stille und Reduktion auf das Wesentliche.

Die Luce ist ein Beweis dafür, dass sich die Automobilwelt endgültig wandelt. Wenn das Elektro-Auto der Zukunft nicht mehr brüllt, muss es durch Design überzeugen. Ive hat die Luce nicht als Kompromiss gelöst, sondern als Kontrastprogramm. Das Auto ist eine Antithese zum lauten, fossilen Erbe – und genau das macht es so spannend.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Ein Preis von 640.000 Dollar für ein EV, das in erster Linie durch minimalistisches Design und eine App besticht, könnte als elitäre Geste wahrgenommen werden, die sich vor allem an Tech-Milliardäre richtet, die bereits alles haben. Der recycelte Aluminium-Lenkradkranz ist ein schönes Detail, aber er macht das Auto noch keinem breiten Publikum zugänglich.

Fazit

Die Ferrari Luce ist mehr als nur das erste Elektroauto von Maranello. Sie ist ein Manifest. Jony Ive hat der Marke einen Stempel aufgedrückt, der unübersehbar ist. Das Fahrzeug ist eine Hommage an die Reduktion, an die „Shell-Form“ und an die nahtlose Integration von Hardware und Software. Ob die Puristen diese neue, leise Ästhetik annehmen werden, wird sich zeigen. Fest steht: Die Luce setzt einen neuen Maßstab für das Design elektrischer Premium-Fahrzeuge.

Quelle: MacRumors

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