GPU-Markt Mai 2026: AMD rutscht unter UVP, Nvidia bleibt stur
Der Grafikkartenmarkt erlebt im Mai 2026 einen bemerkenswerten Wendepunkt. Nach Monaten der Stagnation und überhöhter Preise purzeln die Preise endlich – zumindest bei einem der beiden großen Hersteller. Wie aktuelle Marktbeobachtungen zeigen, fallen AMDs aktuelle Radeon-Karten erstmals flächendeckend unter die unverbindliche Preisempfehlung (UVP), während Nvidia an absurden Preisfesthaltungen festhält und sich offenbar auf der sicheren Seite wähnt.
Der Dominoeffekt aus China
Was Brancheninsider bereits erahnt haben, bestätigt sich nun auf dem europäischen Markt: Die Preisrückgänge, die zunächst auf dem chinesischen Markt beobachtet wurden, schwappen mit dem üblichen zeitlichen Versatz zu uns über. Händler versuchen offensichtlich, ihre Lagerbestände zu reduzieren, was für Käufer endlich wieder Luft zum Atmen bedeutet. Besonders bei AMD gibt es aktuell lukrative Deals, die eine genaue Betrachtung wert sind.
AMD: Die Preisknaller im Detail
Die wohl größte Überraschung des Monats ist die Radeon RX 9070 (Non-XT). Nachdem sie noch zu Jahresbeginn bei rund 600 Euro lag, ist sie nun bereits ab 539 Euro zu haben – dem niedrigsten Stand seit ihrer Markteinführung. Mit 16 GB VRAM ist diese Karte in dieser Preisklasse ein absoluter Kauf-Tipp und wird leistungstechnisch noch immer unterschätzt.
Auch die größere Schwester, die Radeon RX 9070 XT, rutscht in interessante Gefilde vor. Lag sie im Januar noch bei 700 Euro, starten erste Listings nun bei knapp 630 Euro. Bei einzelnen Händlern gab es sogar schon Ausreißer für 619 Euro – ein Preisniveau, das sonst nur am Black Friday zu finden war.
Die Radeon RX 9060 XT mit 8 GB startete mit einer etwas kuriosen UVP von 315 Euro und ist nun erstmals 5% darunter bei knapp 300 Euro angelangt. Kritisch bleibt hier die VRAM-Ausstattung: 8 GB sind im Jahr 2026 selbst im Budget-Segment eine harte Begrenzung. Wer hier zuschlägt, sollte sich der Limitierungen bewusst sein.
Etwas Geduld erfordert hingegen die Radeon RX 9600 XT mit 16 GB. Zwar ist der Preis mit aktuell 389 Euro im Vergleich zum Februar deutlich gefallen, allerdings lag sie im November 2025 bereits bei 360 Euro. Die UVP von 369 Euro muss erst wieder erreicht werden, bevor hier eine uneingeschränkte Empfehlung ausgesprochen werden kann.
Nvidia: Kritik an der VRAM-Taktik und absurde High-End-Preise
Bei der grünen Seite der Medaille stellt sich die Lage völlig anders dar. Nvidia leidet offensichtlich nicht unter Lieferdruck – die Chips lassen sich ohnehin zu guten Margen in den Datacenter-Markt (KI) verkaufen. Dennoch gibt es eine Ausnahme: Die RTX 5060 Ti mit 8 GB ist erstmals ab 317 Euro erhältlich und damit so günstig wie nie. Zwar ist 8 GB VRAM auch hier 2026 ein Flaschenhals, jedoch bietet die Karte im Vergleich zur direkten AMD-Konkurrenz 8 bis 10 % mehr Rasterleistung und beachtliche 30 % mehr Raytracing-Power. Ein fairer Deal für diesen Preis, der vermutlich auf den massiven Medien- und Kundenwiderstand gegen das 8-GB-Modell zurückzuführen ist.
Ganz anders die RTX 5060 Ti mit 16 GB: Sie startet bei 532 Euro und ist damit schlichtweg überteuert. Eigentlich müsste sie sich preislich nah an der 400-Euro-Marke bewegen. Eine klare Nicht-Empfehlung. Auch die RTX 5070 ist trotz leichter Preisrückgänge noch nicht attraktiv genug, insbesondere da sie preislich zu nah an der 16-GB-Version der 5060 Ti drängt.
Im High-End-Segment bleibt Nvidias Preisgestaltung schlichtweg absurd. Die RTX 5070 Ti für 889 Euro ist immer noch weit von ihrem einstigen Tiefststand von 750 Euro entfernt. Die RTX 5080 kostet zwar 40 Euro weniger als im Vormonat, liegt mit 1199 Euro aber immer noch 120 Euro über dem November-Tief. Und die RTX 5090? Ein Symbol für die Inflation im High-End-Markt: Für schlappe 3499 Euro gibt es hier keine Entwarnung, der Preis bleibt auf dem höchsten Stand seit dem Launch.
Intel: Die heimlichen Budget-Tipps
Nicht vergessen sollten wir Intel. Die Arc B570 (ca. 220 Euro) und Arc B580 (ca. 250 Euro) bieten für ihr Preissegment üppigen VRAM und bleiben absolut empfehlenswert. Wer jedoch eine dieser Karten ins Auge fasst, sollte schnell zuschlagen: Die Bestände werden zunehmend dezimiert, die günstigen Angebote könnten schon bald verschwinden.
Fazit: Kühlen Kopf bewahren
Die Historie zeigt ein klares Bild: Je wärmer die Tage, desto niedriger die Grafikkartenpreise. Die aktuelle Entwicklung bei AMD ist ein hervorragendes Zeichen, doch es besteht kein Grund zu Panikkäufen. Wer jetzt ein Upgrade zwingend braucht, findet bei der RX 9070 (Non-XT), der RX 9070 XT und der RTX 5060 Ti 8 GB faire Deals. Alle anderen sollten den Markt weiter beobachten. Gerade bei Nvidia wird der Preis nur dann fallen, wenn die Käufer fernbleiben. Die Devise lautet also: Wer nicht dringend braucht, wartet ab – die Händler werden sich früher oder später schon noch anpassen müssen.
Quelle: KreativEcke