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Asus ROG Ally X20: Das OLED-Upgrade mit durchdachtem Feinschliff

Asus feiert das 20. ROG-Jubiläum mit einer stark überarbeiteten Ally. OLED-Display, TMR-Sticks und ein drehbares D-Pad setzen neue Akzente, doch der Preis bleibt eine offene Frage.

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Codekiste Redaktion1. Juni 2026

Ein neues OLED-Biest im Handheld-Dschungel

Der Markt für portable PC-Gaming-Geräte entwickelt sich rasant. Seit Valve das Steam Deck OLED auf den Markt brachte, steht die Konkurrenz unter Druck. Asus reagiert nun auf die Konkurrenz und presented das ROG Ally X20 – eine Sonderedition zum 20. Jubiläum der hauseigenen Gaming-Marke. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein simples Display-Upgrade, doch bei genauerem Hinsehen offenbart das Gerät einen beeindruckenden Tiefenumbau, der weit über einen bloßen Panel-Swap hinausgeht.

Das Display: Endlich OLED, endlich hell

Das offensichtlichste und wichtigste Merkmal des X20 ist der neue Bildschirm. Asus vergrößert das Panel von 7 auf 7,4 Zoll, ohne das Gehäuseformat spürbar zu verändern – die Bezels schrumpfen dadurch deutlich. Das neue OLED-Display liefert beeindruckende 600 Nits im SDR-Betrieb und bis zu 1.400 Nits im HDR-Modus mit Dolby Vision und VESA HDR True Black 1000 Zertifizierung.

Ein häufiger Kompromiss bei OLED-Handhelds – die unzureichende Variable Refresh Rate (VRR) – wird hier durch AMD Freesync Premium Pro (30 bis 120 Hz) ausgemerzt. Damit zieht Asus endgültig mit dem Steam Deck OLED gleich und übertrifft es in den reinen Spezifikationen sogar. Geschützt wird das Panel von Corning Victus Glas mit DXC-Antireflexionsbeschichtung.

Unter der Haube: Mehr als ein Panel-Swap

Wer denkt, Asus habe einfach einen neuen Bildschirm in das alte Ally-X-Chassis geschraubt, irrt gewaltig. Das Mainboard (PCB) wurde komplett neu designt. Um das OLED-Panel adäquat zu kühlen – OLEDs sind bekanntlich hitzeempfindlich –, wurden die USB-4-Ports als Surface-Mount-Komponenten umkonstruiert. Das ermöglichte es den Ingenieuren, das Board um wenige Millimeter zu verschieben und den Airflow über die Rückseite des Displays deutlich zu verbessern. Ein kleines Detail mit großer Wirkung für die Langlebigkeit des Panels. Auch die Lüfterfinnen wurden optimiert.

Ergonomie und Design: Transparenz mit Haken

Optisch macht das X20 einiges her. Das durchsichtige, rauchschwarze Gehäuse mit goldenen Akzenten ist ein echtes Highlight, erfordert jedoch Kompromisse. Da transparentes Kunststoff weniger stabil ist, musste Asus Verstrebungen einbauen. Zusammen mit dem größeren Display bringt das X20 rund 50 Gramm mehr auf die Waage als sein Vorgänger. Ein Plus, das durch die neu gummierten Griffe jedoch ergonomisch gut abgefangen wird und in der Hand kaum auffällt.

Eingabegeräte: TMR-Sticks und das drehbare D-Pad

Bei den Kontrollen hat Asus auf Kritik gehört. Die ABXY-Tasten sind taktiler, aber gleichzeitig leiser geworden. Die Schultertasten wurden ergonomisch angepasst. Das wahre Highlight sind jedoch die Joysticks: Sie nutzen nun TMR (Tunnel Magnetoresistance) anstelle von herkömmlichen Potentiometern. TMR bietet eine extrem geringe Deadzone von nur 3 Prozent und einen reduzierten Stromverbrauch. Jeder Stick wird zudem von vier LEDs statt bisher zwei flankiert.

Das absolute Party-Feature ist jedoch das D-Pad. Es nutzt neue hybride Metalldom-Schalter für ein deutlich besseres taktiles Feedback. Der Clou: Das D-Pad lässt sich physisch drehen. Wer Fighting Games spielt, stellt es auf die Plus-Form für präzise Diagonalen. Für Retro-RPGs dreht man es zurück in die klassische Kreuz-Form. Eine simple, aber brillante Lösung für ein altes Problem.

Speichererweiterung: Schnell, aber teuer

Ein weiterer wichtiger Wechsel betrifft die Speichererweiterung. Der herkömmliche Micro-SD-Slot ist Geschichte, ersetzt durch Micro SD Express. Letztere erreichen fast 1 GB/s, sind aber aktuell noch extrem teuer. Eine Investition, die man sich zweimal überlegen muss, auch wenn sie den Vorteil hat, dass man die Spielbibliothek erweitern kann, ohne das Gehäuse öffnen zu müssen. Die restliche Hardware – Ryzen Z1 Extreme, 24 GB LPDDR5X RAM, 1 TB Speicher und 80Wh Akku – bleibt unverändert.

Preis und Bundle: Die unbeantwortete Frage

Asus bleibt beim Release-Zeitraum vage ("Holiday this year") und schweigt zum genauen Preis. Fakt ist: Das OLED-Display wird das X20 teurer machen als die aktuelle Ally X. Um den Markt nicht zu vergraulen, hat Asus versprochen, die Preise der Standard-Ally-X-Modelte so niedrig wie möglich zu halten. Ein neuer, günstigerer Dock für alle Ally-Modelle ist zudem in Arbeit, der ALLM und Game-Mode auf dem TV automatisch aktivieren soll – CEC-Support fehlt allerdings noch.

Das X20 wird als Bundle mit den neuen ROG XG R1 AR-Brillen ausgeliefert. Diese bieten ein virtuelles 171-Zoll-microLED-Display mit bis zu 240 Hz und 3D-Fähigkeit, betrieben über ein einziges Kabel. Ein spannendes Gadget, aber da Asus selbst zugibt, dass diese Brillen "teuer" sein werden, stellt sich die Frage, ob der Zwangsbundelungsansatz die Zielgruppe wirklich erreicht.

Fazit

Das ROG Ally X20 ist weit mehr als nur ein Jubiläums-Gimmick. Es ist die konsequente Weiterentwicklung eines bereits starken Geräts. Asus hat die Schwachstellen des Vorgängers (Display, Joysticks, Kühlung) adressiert und mit dem drehbaren D-Pad ein echtes Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Ob das Gerät am Ende ein Erfolg wird, hängt maßgeblich vom noch unbekannten Preis ab. Wenn Asus hier den Bogen überspannt, könnte die Konkurrenz zuschlagen. Die Vorzeichen stehen jedoch gut: Jedes kleine Detail wurde besser.

Quelle: Linus Tech Tips

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