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10.000-Euro-Gaming-PC aus 2019 im Test: Das Drama mit dem Dual-GPU-Setup

Ein Intel i9 mit 18 Kernen und zwei AMD Radeon VII im Crossfire-Verbund – für 10.000 Euro ließ sich 2019 der ultimative Gaming-PC zusammenbauen. Doch wie schlägt sich das System heute?

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Christopher Ackermann27. Februar 2026

In einem neuen Video zeigt HardwareDealz, wie sich ein damals 10.000 Euro teures High-End-System aus dem Jahr 2019 im Jahr 2024 schlägt. Das Ergebnis ist eine Mischung aus überraschender CPU-Performance und dem traurigen Ende einer einstigen Prestige-Technologie: dem Multi-GPU-Betrieb.

Die Ausstattung: Damals State of the Art

Verbaut wurde in dem System ein Intel Core i9-Prozessor mit satten 18 Kernen – vermutlich handelt es sich um einen i9-9980XE oder dessen Nachfolger aus der Extreme Edition-Reihe. Diese HEDT-Plattformen (High End Desktop) waren damals das Nonplusultra für Enthusiasten, die neben Gaming auch intensive Produktivaufgaben wie Video-Rendering oder 3D-Modellierung erledigen wollten.

Die grafische Leistung sollten zwei AMD Radeon VII Grafikkarten mit jeweils 16 GB HBM2-Speicher im Crossfire-Verbund liefern. Mit einer kombinierten Speicherbandbreite und einer theoretischen Rechenleistung, die selbst aktuelle Mittelklasse-GPUs alt aussehen lässt, war dieses Setup 2019 das Flagschiff für 4K-Gaming. Doch schon damals zeichnete sich ab, dass Multi-GPU-Systeme auf dem absteigenden Ast waren.

Das Desaster: Wenn Spiele einfach abstürzen

Der Praxistest von HardwareDealz offenbart schnell die traurige Realität aktueller Spieleentwicklung. In Shadow of the Tomb Raider, einem Titel, der eigentlich für seine gute AMD-Optimierung bekannt ist, führt das Crossfire-Setup zu kompletten Abstürzen. Das Spiel ist schlichtweg nicht spielbar – ein klassisches Beispiel dafür, wie moderne APIs und Treiberarchitekturen mit veralteten Multi-GPU-Implementikationen kollidieren.

Anders sieht es bei Assassin's Creed Valhalla aus. Hier läuft das System zumindest stabil, liefert in 4K mit extremen Details aber nur 38 FPS. Das Besondere: Das Spiel nutzt nur eine der beiden Radeon VII. Die zweite GPU verbraucht lediglich Strom und produziert Wärme, ohne zum Rendering beizutragen. Genau hier wird das Dilemma deutlich, das wir bereits in High-End Gaming PC von 2019: Kann man damit heute noch zocken? diskutiert haben.

Warum Multi-GPU endgültig tot ist

Die Gründe für das Scheitern von Crossfire (AMD) und SLI (Nvidia) sind vielfältig. Zunächst hat sich die Spieleentwicklung fundamental gewandelt. Während früher die CPU den Flaschenhals darstellte und GPUs relativ simpel zu skalieren waren, dominieren heute komplexe Render-Pipelines, Raytracing-Overhead und hochauflösende Texturen. Die Synchronisation zwischen zwei GPUs erzeugt dabei mehr Overhead als Nutzen.

Moderne APIs wie DirectX 12 und Vulkan überlassen Entwicklern zwar theoretisch mehr Kontrolle über Multi-GPU-Implementierungen, doch die Realität sieht anders aus. Die Marktanteile von Dual-GPU-Setups waren schon immer verschwindend gering, entsprechend gering ist der Anreiz für Entwickler, Ressourcen in die Optimierung zu stecken. Stattdessen setzt die Industrie auf leistungsfähigere Einzel-GPUs und Techniken wie DLSS oder FSR, um Performance zu generieren.

Fazit: Die CPU überlebt, die GPUs nicht

Bleibt die Frage: Lohnt sich ein solches System heute noch? Die Antwort ist ein klares Jein. Der 18-Kern-Prozessor ist nach wie vor eine Bestie für Produktivaufgaben und wird auch moderne Spiele nicht ausbremsen. Doch die Investition in zwei High-End-GPUs hat sich als Fehlinvestition erwiesen. Eine einzelne aktuelle Grafikkarte der Mittelklasse – etwa eine Radeon RX 7800 XT oder eine GeForce RTX 4070 – würde das System heute deutlich besser ergänzen als das verstaubte Crossfire-Setup.

Für Gamer, die heute einen PC planen, ist die Lektion klar: Lieber mehr Geld in eine einzelne starke GPU investieren als auf Multi-GPU-Hoffnungen setzen. Die 10.000 Euro von 2019 haben gezeigt, dass technologische Bravado – mehr ist mehr – in der Praxis oft an der harten RealitätSoftware-Supportes scheitert.

Quelle: HardwareDealz

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YouTube: HardwareDealzOriginalquelle
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