Der Traum vom Multi-GPU-Gaming ist vorbei
Wie der YouTube-Kanal HardwareDealz in einem aktuellen Video zeigt, offenbaren sich beim Gaming mit High-End-Hardware aus 2019 erhebliche Probleme. Der getestete Rechner kostete damals stolze 10.000 Euro und war mit den damaligen Top-Komponenten bestückt – doch knapp sieben Jahre später wird deutlich: Die Zeiten des Multi-GPU-Gamings sind endgültig vorbei.
Die Hardware: Beeindruckend damals, problematisch heute
Das Testsystem besticht auf dem Papier mit beachtlicher Ausstattung. Ein Intel Core i9 mit 18 Kernen bildet das Herzstück, flankiert von zwei AMD Radeon 7 Grafikkarten mit jeweils 16 GB Videospeicher. Dieses Crossfire-Setup sollte damals die ultimative Gaming-Performance bieten. Doch genau hier liegt das zentrale Problem: Die modernen Spiele von heute sind einfach nicht für Multi-GPU-Konfigurationen optimiert.
Praxistest: Von Abstürzen bis zu akzeptablen Framerates
Beim praktischen Gaming-Test zeigen sich die Probleme schnell. Shadow of the Tomb Raider ist auf dem System gar nicht spielbar – der Titel stürzt während des Spielens kontinuierlich ab. Das ist kein isoliertes Problem, sondern symptomatisch für die mangelnde Unterstützung von Dual-GPU-Setups in aktuellen Titeln.
Beim Benchmark von Assassin's Creed Valhalla sieht es besser aus: In der 4K-Einstellung auf "Extrem" erreicht das System 38 FPS. Das klingt zunächst nicht schlecht, doch hier offenbart sich ein weiteres Problem: Der Benchmark nutzt nur eine der beiden Grafikkarten. Die zweite GPU sitzt praktisch untätig im Gehäuse und trägt nichts zur Performance bei.
Der Wendepunkt: Warum Multi-GPU-Gaming scheiterte
Dieser Befund illustriert einen fundamentalen Wandel in der Gaming-Industrie. Während Multi-GPU-Systeme Anfang der 2010er Jahre noch als die Zukunft des High-End-Gamings galten, haben sich die Entwickler längst davon abgewandt. Die Gründe sind vielfältig:
Technische Komplexität: Die Implementierung von echter Multi-GPU-Unterstützung ist aufwendig. Entwickler müssen die Last intelligent zwischen den Karten verteilen, was bei unterschiedlichen Grafikkarten-Generationen und Herstellern zu Problemen führt.
Sinkende Nachfrage: Mit der Verfügbarkeit immer leistungsstärkerer Single-GPU-Lösungen sank das Interesse an Multi-GPU-Systemen kontinuierlich. Warum sollten Entwickler Zeit in eine Technologie investieren, die nur eine kleine Zielgruppe nutzt?
API-Limitierungen: Moderne Grafik-APIs wie Vulkan und DirectX 12 bieten zwar theoretisch bessere Multi-GPU-Unterstützung als ihre Vorgänger, doch die praktische Implementierung bleibt aufwendig und wird von wenigen Studios umgesetzt.
Die Lehre für Hardware-Investitionen
Der Test des 10.000-Euro-PCs von 2019 ist eine wichtige Erinnerung daran, dass nicht jede Premium-Hardware zukunftssicher ist. Während der i9-Prozessor auch heute noch ordentliche Dienste leistet, zeigt sich bei den Grafikkarten: Eine einzelne moderne GPU bietet bessere Kompatibilität und praktische Performance als zwei ältere Karten im Crossfire-Modus.
Für Käufer von High-End-Hardware ist die Botschaft klar: Single-GPU-Systeme sind die sichere Wahl. Sie bieten bessere Treiber-Unterstützung, weniger Kompatibilitätsprobleme und eine längere praktische Lebensdauer. Die Investition in zwei Grafikkarten mag auf dem Papier verlockend wirken, doch die Realität zeigt: Entwickler optimieren für Mainstream-Hardware, nicht für exotische Multi-GPU-Setups.
Fazit: Noch spielbar, aber mit Einschränkungen
Zum abschließenden Urteil: Mit diesem 2019er-System kann man durchaus noch zocken – allerdings mit erheblichen Einschränkungen. Viele moderne Spiele werden gar nicht erst starten oder laufen instabil. Wer mit diesem Rechner zocken möchte, muss sich auf ältere oder weniger anspruchsvolle Titel konzentrieren. Für aktuelle AAA-Games ist die Hardware zu sehr in die Jahre gekommen, und die Dual-GPU-Architektur ist eher ein Ballast als ein Vorteil geworden.
Der Test verdeutlicht einmal mehr: Bei der Hardware-Auswahl sollte man nicht nur auf die Spezifikationen auf dem Papier schauen, sondern auch auf Markttrends und die tatsächliche Software-Unterstützung achten.