Wie Techmeme unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, prüft Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX derzeit die Einreichung eines vertraulichen Prospekts für einen Börsengang. Demnach könnte das Unternehmen bereits im März die Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen und strebt eine Notierung im Juni an. Das Potenzial ist enorm: Das IPO könnte bis zu 50 Milliarden Dollar einbringen und SpaceX mit einer Bewertung von schwindelerregenden 1,75 Billionen Dollar an die Wall Street bringen.
Sollten sich diese Pläne bewahrheiten, würde dies einen der größten Börsengänge in der Geschichte der Technologiebranche markieren. SpaceX, bisher eines der wertvollsten privat gehaltenen Unternehmen der Welt, würde damit seinen bisherigen Investoren – darunter Fonds wie Andreessen Horowitz und Founders Fund sowie zahlreiche institutionelle Anleger – eine Exit-Strategie eröffnen, während gleichzeitig frisches Kapital für ehrgeizige Projekte wie die Mars-Kolonisierung und das Starlink-Netzwerk fließen würde.
Die Details des geplanten Börsengangs
Ein vertrauliches Filing, auch als Confidential S-1 bekannt, erlaubt es Unternehmen, ihre Finanzunterlagen bei der SEC einzureichen, ohne diese sofort öffentlich zugänglich zu machen. Diese Strategie ist bei Tech-Unternehmen beliebt, da sie Flexibilität bietet und sensible Geschäftszahlen vor Wettbewerbern schützt, bis alle regulatorischen Hürden genommen sind. Für SpaceX würde dies bedeuten, dass das Unternehmen die öffentliche Diskussion über seine Finanzen erst beginnen lässt, wenn der genaue Zeitplan für den IPO feststeht.
Die angestrebte Bewertung von 1,75 Billionen Dollar würde SpaceX sofort in die Top-Liga der wertvollsten börsennotierten Unternehmen katapultieren – ungefähr auf Augenhöhe mit Meta oder in der Nähe von Microsoft und Apple. Die geplante Kapitalaufstockung von bis zu 50 Milliarden Dollar wäre ebenfalls bemerkenswert und würde die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens erheblich erweitern. Zum Vergleich: Das bisher größte Tech-IPO, das von Alibaba im Jahr 2014, brachte rund 25 Milliarden Dollar ein – SpaceX würde diesen Wert potenziell verdoppeln.
Starlink als Triebfeder
Branchenkenner gehen davon aus, dass ein potenzieller IPO vor allem die Starlink-Sparte betreffen würde – das weltweite Satelliteninternet-Netzwerk, das inzwischen Tausende Satelliten im Orbit betreibt und Millionen Nutzer weltweit versorgt. Während das Raketengeschäft von SpaceX weiterhin kapitalintensiv ist und sich auf Regierungsverträge und kommerzielle Raumfahrt konzentriert, zeigt Starlink bereits profitable Tendenzen und ein skalierbares Geschäftsmodell, das für Investoren attraktiv ist.
Die Trennung von SpaceX und Starlink an der Börse würde ähnlich strukturiert sein wie bei anderen Tech-Konglomeraten, wo profitable Tochterunternehmen eigenständig notiert werden, während das Mutterunternehmen strategische Kontrolle behält. Elon Musk könnte dadurch einen Teil seines Weltraumimperiums monetarisieren, ohne die langfristigen Visionen für die Mars-Missionen zu gefährden. Die Einnahmen aus dem IPO würden zudem die teure Entwicklung des Starship-Raketenprogramms finanzieren, das für künftige Marsmissionen essenziell ist.
Marktimplikationen und Risiken
Ein derartiger Börsengang würde die Tech-Börse erheblich aufmischen. In einer Zeit, in der KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic Milliardenbewertungen erzielen, würde SpaceX mit realen Infrastruktur-Assets und einem funktionierenden Satellitennetzwerk einen konkreten Gegenentwurf zu reinen Software-Playern liefern. Für Investoren böte sich die Möglichkeit, direkt am kommerziellen Weltraumzeitalter zu partizipieren und von einem Unternehmen zu profitieren, das tatsächliche Hardware in den Orbit bringt.
Allerdings birgt das Vorhaben auch erhebliche Risiken. Die Raumfahrt bleibt ein volatiles Geschäft mit hohen Fixkosten und regulatorischen Unsicherheiten. Startversagen oder Satellitenverluste können erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. Zudem könnte die starke Konzentration auf Elon Musk als CEO und Hauptaktionär – mit allen seinen anderen Unternehmen von Tesla bis X – als Risikofaktor gewertet werden. Die Bewertung von 1,75 Billionen Dollar setzt voraus, dass Starlink weiterhin exponentiell wächst und dass das Starship-Programm erfolgreich verläuft.
Sollte SpaceX den Zeitplan einhalten und im Juni tatsächlich an die Börse gehen, würde dies den Kapitalmarkt im Jahr 2026 dominieren und möglicherweise eine neue Welle von Tech-IPOs auslösen. Das Unternehmen hätte dann das nötige Kapital, seine Dominanz im Weltraum weiter auszubauen und den Traum der interplanetaren Expansion finanziell abzusichern. Für den Privatanleger würde sich damit erstmals die Chance ergeben, direkt in das größte Weltraumunternehmen der Welt zu investieren – allerdings zu einem stolzen Preis.
Quelle: Techmeme