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OpenAI sammelt 110 Milliarden Dollar ein – Amazon, Nvidia und SoftBank investieren

OpenAI hat die bislang größte private Finanzierungsrunde der Geschichte abgeschlossen. Tech-Giganten investieren 110 Milliarden Dollar und sichern sich strategische Partnerschaften.

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Christopher Ackermann28. Februar 2026

Wie ComputerBase berichtet, hat OpenAI die lange erwartete Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei einen neuen Rekord für private Unternehmensfinanzierungen aufgestellt. Das Unternehmen hinter ChatGPT sammelt satte 110 Milliarden US-Dollar ein und übertrifft damit den bisherigen Rekord aus dem März 2025 – damals waren es 40 Milliarden Dollar – deutlich.

Die Investoren: Amazon, Nvidia und SoftBank

Die Finanzierungsrunde wird maßgeblich von drei Schwergewichten der Tech-Branche getragen. Amazon steigt mit voraussichtlich 50 Milliarden Dollar ein, wobei zunächst nur 15 Milliarden Dollar fließen und weitere 35 Milliarden an die Erfüllung bestimmter Bedingungen geknüpft sind. Nvidia und SoftBank investieren jeweils 30 Milliarden Dollar. Weitere Investoren sollen im Verlauf der Runde noch hinzukommen. Die Bewertung vor der Finanzierung (Pre-money) lag laut OpenAI bei beeindruckenden 730 Milliarden US-Dollar.

Besonders interessant ist die Entwicklung bei Nvidia: Ursprünglich kursierten Gerüchte über eine Beteiligung in Höhe von 100 Milliarden Dollar, doch am Ende landete man bei 30 Milliarden. Dafür sichert sich OpenAI bei dem Chip-Riesen massive Rechenkapazitäten: Das Abkommen umfasst Systeme mit 3 Gigawatt Leistung für Inferenzberechnungen sowie 2 Gigawatt Trainingsleistung auf kommenden Vera-Rubin-Systemen. Diese Investition unterstreicht die strategische Bedeutung von spezialisierter Hardware für den KI-Betrieb.

Strategische Partnerschaft mit Amazon

Weitaus mehr als nur Kapital bringt die Partnerschaft mit Amazon. Der AWS-Konzern wird zum exklusiven externen Cloud-Anbieter für Frontier – OpenAIs Plattform, über die Unternehmen KI-Agenten erstellen, betreiben und verwalten können. OpenAIs Modelle werden zudem in Amazons GenAI-Plattform Bedrock integriert.

Wie wir bereits in Amazon und OpenAI planen "stateful Runtime" für AWS – Agenten mit Gedächtnis berichtet haben, arbeiten die beiden Unternehmen auch an einer "stateful Runtime", die KI-Agenten auf AWS mit einem Gedächtnis für laufende Projekte ausstatten soll.

Technisch besonders relevant: OpenAI erhält Zugang zu Trainium-Kapazitäten in Höhe von 2 Gigawatt und verpflichtet sich im Gegenzug, über die nächsten acht Jahre AWS-Dienste im Wert von 100 Milliarden Dollar zu nutzen. Zudem will OpenAI angepasste Modelle speziell für Amazon entwickeln. Bereits im November hatten beide Unternehmen ein Abkommen im Wert von 38 Milliarden Dollar angekündigt, das nun erheblich ausgeweitet wird.

Microsoft bleibt an Bord

Wer in dieser Runde auffällig fehlt, ist Microsoft. Dennoch betont der Konzern, dass die enge Partnerschaft mit OpenAI weiterhin bestehe. Unberührt bleiben sowohl die Lizenzvereinbarungen rund um OpenAIs Modelle als auch die Umsatzbeteiligung. Besonders wichtig für Entwickler und Unternehmen: Microsoft Azure bleibt der exklusive Cloud-Anbieter für die Standard-API. Wer also über die API auf OpenAI-Modelle zugreift, landet automatisch in der Azure-Infrastruktur – unabhängig davon, ob der Zugang direkt bei OpenAI oder bei Microsoft erworben wurde.

Nutzungswachstum und Marktposition

Parallel zu den Investmentzahlen veröffentlichte OpenAI aktuelle Nutzungsstatistiken, die das enorme Wachstum des Unternehmens belegen. ChatGPT kommt mittlerweile auf 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer – im Oktober waren es noch 800 Millionen. Im privaten Bereich zählt man über 50 Millionen Abonnenten, im Unternehmensgeschäft sind es mehr als 9 Millionen. Besonders bemerkenswert ist die Adoption der Agenten-Lösung Codex mit 1,6 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern.

Einordnung: Unabhängigkeit durch Diversifizierung

Die 110 Milliarden Dollar sind nicht nur ein finanzieller Garant für OpenAis ambitionierte Expansionspläne, sondern auch ein strategisches Signal. Durch die Partnerschaft mit Amazon reduziert OpenAI seine Abhängigkeit von Microsoft und sichert sich Zugang zu alternativer Hardware-Infrastruktur – insbesondere Amazons Trainium-Chips. Diese Diversifizierung ist angesichts der enormen Rechenkosten für Training und Betrieb großer Sprachmodelle strategisch geboten.

Die massive Investition in Inferenz-Infrastruktur durch Nvidia passt zudem zu den aktuellen Entwicklungen am Markt. Wie wir in Nvidia plant angeblich neuen AI-Inference-Chip mit Groq-Technologie berichteten, arbeitet der Chip-Hersteller an spezialisierten Lösungen für den KI-Betrieb – OpenAI dürfte als größter Kunde hier maßgeblich Einfluss auf die Entwicklung nehmen.

Mit dieser Finanzierungsrunde hat OpenAI nicht nur Kapital, sondern auch strategische Bindungen zu den wichtigsten Infrastruktur-Anbietern der Welt geschmiedet. Die Frage ist nun, wie das Unternehmen diese Ressourcen nutzt, um seine Technologie von einem Chat-Tool zu einer fundamentalen Infrastruktur für die digitale Wirtschaft weiterzuentwickeln.

Quelle: ComputerBase

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