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Leica Leitzphone: Deutsche Kamera-Ikone bringt 2.000-Euro-Smartphone mit Xiaomi

Leica erweitert seine Smartphone-Strategie vom japanischen Markt nach Europa. Das neue Leitzphone basiert auf dem Xiaomi 17 Ultra, bietet aber exklusives Design mit mechanischem Kameraring und durchdachte Fotografie-Features für Profis.

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Christopher Ackermann28. Februar 2026

Wie ComputerBase berichtet, bringt die deutsche Traditionsmarke Leica mit dem „Leica Leitzphone powered by Xiaomi“ erstmals ein eigenes Smartphone nach Europa. Nach vier Jahren erfolgreicher Kooperation mit dem chinesischen Hersteller bei den Kamera-Systemen der Xiaomi-Flaggschiffe wagt Leica nun den Schritt vom reinen Technologie-Lieferanten zum Hardware-Anbieter – und positioniert dabei das Gerät klar im Premium-Segment.

Von Japan nach Europa: Die Strategiewende

Bislang war das Leitzphone exklusiv für den japanischen Markt reserviert, wo Leica mit Sharp kooperierte. Zum Mobile World Congress in Spanien ändert sich das grundlegend: Das neue Modell, das ab sofort für 1.999 Euro erhältlich ist, markiert den Einstieg in den europäischen Markt. Dabei setzt Leica konsequent auf die bestehende Partnerschaft mit Xiaomi, deren technischer Unterbau – das „Xiaomi 17 Ultra by Leica“ – bisher ausschließlich in China verfügbar war.

Diese strategische Neuausrichtung ist konsequent: Statt mit zwei verschiedenen Partnern zu arbeiten, bündelt Leica nun die Ressourcen und profitiert von Xiaomis etablierter Smartphone-Expertise, während das deutsche Unternehmen für die optische Ausrichtung und Design-DNA verantwortlich zeichnet.

Mechanischer Kameraring und haptische Bedienung

Was das Leitzphone vom technisch nahezu identischen Xiaomi 17 Ultra unterscheidet, ist die konsequente Übertragung klassischer Leica-Elemente auf das Smartphone-Format. Der gerändelte Metallrahmen erinnert an die legendären Messsucherkameras der Marke, der rote Leica-Punkt prangt prominent auf der Rückseite.

Das markanteste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch der mechanische Kameraring, der stufenlose Einstellmöglichkeiten für Zoom, Belichtungswert, ISO und Verschlusszeit bietet. Über den Vibrationsmotor des Gerätes erhält der Nutzer dabei haptisches Feedback – ein Detail, das Fotografen aus der analogen Welt bekannt sein dürfte und die Bedienung im Vergleich zu rein touch-basierten Smartphones deutlich präziser macht.

Das Kamerasystem: LOFIC-Technologie und Leica Looks

Das optische Herzstück bildet das als Vario-APO-Summilux 1:1,67–2,9/14–100 ASPH bezeichnete Kamerasystem, das Brennweiten von 14 bis 100 Millimetern abdeckt. Die Hauptkamera setzt auf einen 50-Megapixel-Sensor im 1-Zoll-Format mit LOFIC-Technologie (Lateral Overflow Integration Capacitor). Diese Innovation speichert überschüssige Ladung bei starkem Lichteinfall in seitlichen Kondensatoren, was den Dynamikumfang deutlich erweitert – helle Bereiche brennen nicht so schnell aus, während dunkle Details erhalten bleiben, und das ohne klassische HDR-Mehrfachbelichtung.

Besonders beeindruckend ist das Teleobjektiv in Periskop-Bauweise: Ein 200-Megapixel-Sensor ermöglicht stufenlose native Brennweiten zwischen 75 und 100 Millimetern bei Blenden von f/2,4 bis f/3,0. Für Ultraweitwinkelaufnahmen steht ein weiterer 50-Megapixel-Sensor hinter einem 14-Millimeter-Objektiv bereit.

Softwareseitig integriert die Kamera-App 13 verschiedene Leica Looks und fünf Bokeh-Simulationen. Der Leica Essential Mode interpretiert klassische Bildcharaktere digital neu, darunter ein Farblook inspiriert von der 2009 erschienenen Leica M9 sowie ein monochromes Profil, das an den analogen Leica Monopan Film erinnert. Zudem nimmt Leica an der Content Authenticity Initiative teil und versieht digitale Inhalte mit überprüfbaren Herkunfts- und Bearbeitungsinformationen – ein wichtiger Schritt im Zeitalter generativer KI.

Technische Basis: Snapdragon 8 Elite und 6.000 mAh Akku

Unter der Haube arbeitet der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5, begleitet von 16 GB RAM und 1 TB Speicher – Leica bietet ausschließlich die maximale Speicherkonfiguration an. Das 6,9-Zoll-AMOLED-Display löst mit 1.200 × 2.608 Pixeln auf und erreicht eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.500 cd/m². Die Schutzart IP69 und das Xiaomi Dragon Crystal Glass 3.0 sollen das Gerät für den professionellen Einsatz robust machen.

Interessanterweise unterscheidet sich der Akku gegenüber der chinesischen Version: Während das Xiaomi 17 Ultra in China mit 6.800 mAh auskommt, muss das Leitzphone in Europa mit 6.000 mAh vorliebnehmen – dafür unterstützt das Gerät 90 Watt Schnellladen und kabelloses Laden.

Preis, Verfügbarkeit und Launch-Angebot

Das Leica Leitzphone ist ab sofort für 1.999,90 Euro erhältlich. Wer bis zum 14. März bestellt, erhält das Xiaomi 17 Ultra Photography Kit Pro im Wert von 199,90 Euro gratis dazu. Das Bundle umfasst eine Schutzhülle mit mechanischen Bedienelementen, Objektivdeckel, Reinigungstuch und eine charakteristische rote Handschlaufe.

Mit diesem Schritt positioniert Leica das Smartphone eindeutig als Werkzeug für Fotografie-Enthusiasten und Profis, denen technische Exzellenz und haptische Bedienung wichtiger sind als ein günstiger Preis. Ob der Aufpreis gegenüber dem regulären Xiaomi 17 Ultra gerechtfertigt ist, wird dabei letztlich vom Wert des mechanischen Rings und der Leica-Design-DNA abhängen – Faktoren, die rein technisch zwar nicht messbar, für die Zielgruppe aber durchaus relevant sind.

Quelle: ComputerBase

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