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Intel Xeon 6+: Clearwater Forest mit 288 E-Cores für Mobilfunk-Infrastruktur

Auf dem MWC 2026 demonstriert Intel gemeinsam mit Ericsson die neue Xeon-Generation. Clearwater Forest verspricht 30 Prozent mehr Leistung bei über 60 Prozent besserer Effizienz für Telekommunikationsanbieter.

CA
Christopher Ackermann2. März 2026

Wie ComputerBase berichtet, nutzt Intel den Mobile World Congress 2026 in Barcelona, um die nächste Generation seiner High-Density-Serverprozessoren der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Redaktion konnte sich vor Ort ein Bild von Clearwater Forest machen – einem Chip, der die reine Kernanzahl auf bis zu 288 E-Cores treibt und speziell auf die Anforderungen moderner Mobilfunk-Infrastrukturen zugeschnitten ist. Kira Boyko, als High Density Xeon Product Director bei Intel für die Entwicklung verantwortlich, zeigte sich gegenüber der Fachpresse zuversichtlich: Die Plattform sei im letzten halben Jahr deutlich gereift und stehe nun kurz vor dem Marktstart, der noch im ersten Halbjahr 2026 erfolgen soll.

Von Sierra Forest zu Clearwater Forest

Die neue Plattform, die offiziell als Intel Xeon 6+ geführt wird, markiert einen deutlichen Sprung gegenüber dem Vorgänger Sierra Forest. Während dieser noch mit maximal 144 Kernen in der SP-Version (Single Package) ausgeliefert wurde, setzt Clearwater Forest konsequent auf die AP-Version (Advanced Package) mit satten 288 Kernen. Diese Verdopplung der Kernanzahl pro Prozessor entspricht dem Trend zu immer dichter gepackter Rechenleistung in Datenzentren, wo Platz und Energieverbrauch kritische Faktoren darstellen.

Technisch unterscheiden sich die beiden Paketierungsvarianten nicht nur in der maximalen Kernanzahl, sondern auch im Speicherinterface und im thermischen Budget (TDP). Genau diese Unterschiede machen einen direkten Vergleich zwischen den Generationen komplex, da Clearwater Forest quasi nur in der High-End-Konfiguration verfügbar sein wird. Dennoch verspricht Intel signifikante Verbesserungen sowohl bei der Rechenleistung als auch bei der Energieeffizienz – entscheidende Parameter für Betreiber großer Serverfarmen.

Ericsson-Test zeigt Effizienzpotenzial

Die theoretischen Spezifikationen überzeugen auf dem Papier, doch erst der Praxistest mit dem schwedischen Telekommunikationsausrüster Ericsson verdeutlicht das tatsächliche Potenzial der neuen Architektur. In einem Dell-Server mit Dual-Sockel-Board – wobei jedoch nur ein Sockel mit dem neuen Chip bestückt war – demonstriert der Xeon 6990E+ seine Stärken in einer realen Mobilfunk-Umgebung.

Im direkten Vergleich zu zwei Vorgänger-Chips vom Typ Xeon 6780E erzielt der neue Clearwater-Forest-Prozessor trotz gleicher Kernanzahl eine Leistungssteigerung von rund 30 Prozent. Noch beeindruckender fällt der Effizienzgewinn aus: Über 60 Prozent sparen Betreiber hier im Energieverbrauch, was bei rund um die Uhr laufenden Infrastrukturen erhebliche Kosteneinsparungen bedeutet.

Rechnet man diese Zahlen auf reale Serverfarmen hoch, ergibt sich ein dramatisches Bild der Konsolidierungspotenziale. Neun moderne Clearwater-Forest-Systeme ersetzen dabei laut Ericsson-Angaben ganze 41 Server aus der noch weit verbreiteten Cascade-Lake-Generation. Der Energiebedarf sinkt dabei von 16,4 Kilowatt auf lediglich 6,3 Kilowatt – eine Einsparung, die sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich in Zeiten steigender Energiekosten bemerkbar macht.

Geduldsspiel für Telekom-Anbieter

Doch wer jetzt bereits auf die neuen Chips für seine 5G-Infrastruktur hofft, muss sich noch gedulden. Obwohl Intel den Start für das erste Halbjahr 2026 bestätigt hat, werden Telekommunikationsanbieter wie Ericsson die Hardware frühestens ab 2027 in Produktivumgebungen einsetzen. Diese Verzögerung von 12 bis 18 Monaten nach dem Marktstart ist in der Branche üblich, da Telko-Provider besonders strenge Zertifizierungs- und Testprozesse durchlaufen müssen, um die Stabilität kritischer Infrastrukturen zu garantieren. Schließlich hängen von der Mobilfunkversorgung Millionen Nutzer ab.

Intel wird Clearwater Forest nicht nur in einer Konfiguration anbieten. Weitere Varianten mit abweichenden Spezifikationen sind bereits in Planung, deren Details jedoch aktuell noch unter NDA stehen und nicht veröffentlicht werden dürfen. Das Gesamtpaket wirkt nach den jüngsten Demonstrationen in Barcelona deutlich ausgereifter als noch vor einem halben Jahr, als die Plattform erstmals im Rahmen eines Workshops vorgestellt wurde.

Mit Clearwater Forest positioniert Intel sich neu im Markt für hochdense Server-Workloads. Die Kombination aus massiver Kernanzahl, deutlich verbesserter Energieeffizienz und spezialisierter Ausrichtung auf Telekommunikationsanwendungen könnte dem Hersteller helfen, Marktanteile im lukrativen Datenzentrumsgeschäft zurückzugewinnen – vorausgesetzt, die reale Performance hält die Versprechen der MWC-Demonstrationen dauerhaft ein.

Quelle: ComputerBase

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