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Apples iPhone-Kamera-Roadmap: Variable Blende und der Preisdruck

Das iPhone 18 Pro bekommt eine variable Blende, die die Komponentenkosten um 50 Prozent treibt. Gleichzeitig droht Apple ein Marginen-Problem – und 2028 steht ein Ultra-Wide-Wechsel an.

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Codekiste Redaktion29. Mai 2026

Apples Kamerasysteme gehören seit Jahren zu den wichtigsten Verkaufsargumenten der iPhone-Pro-Reihe. Doch der nächste große Sprung in der Fototechnik könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Wie der renommierte Analyst Ming-Chi Kuo in einem aktuellen Bericht darlegt, stehen auf Apples Roadmap weitreichende Änderungen an – angefangen beim iPhone 18 Pro noch in diesem Jahr bis hin zu einem komplett überarbeiteten Ultra-Wide-Modul im Jahr 2028.

iPhone 18 Pro: Die variable Blende und ihr Preis

Seit Längerem wird spekuliert, dass das iPhone 18 Pro eine der signifikantesten Kamera-Neuerungen der letzten Jahre einführen wird: eine variable Blende (variable aperture). Bislang setzen iPhones auf feste Blendenöffnungen. Eine variable Blende hingegen ermöglicht es, die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt, mechanisch zu regulieren. Das wäre ein enormer Gewinn für die Fotografie – insbesondere bei starkem Sonnenlicht oder wenn man eine größere Schärfentiefe erzielen möchte, ohne auf den Software-Modus zurückgreifen zu müssen.

Allerdings hat diese Innovation ihren Preis. Laut Kuo wird die neue Linse mit variabler Blende einen um 50 Prozent höheren durchschnittlichen Verkaufspreis (Average Selling Price, ASP) aufweisen als Apples aktuelles High-End-7P-Linsensystem. Das ist eine beachtliche Verteuerung auf Komponentenebene.

Bei den Zulieferern zeichnet sich ebenfalls ein Wandel ab: Apple wird laut Kuo etwa 40 bis 50 Prozent dieser neuen Komponenten von Sunny Optical beziehen, einem Hersteller, der bereits das Compact Camera Module (CCM) für das MacBook Neo liefert. Largan bleibt zwar Appels Hauptlieferant für Linsen, der Aufstieg von Sunny Optical ist jedoch ein klares Signal für Apples Bestreben, die Lieferkette zu diversifizieren und Preisverhandlungen zu stärken.

Marginen unter Druck: Ein ungünstiger Zeitpunkt

Eine um 50 Prozent teurere Linse bedeutet für sich genommen noch nicht, dass der Endkonsument tiefer in die Tasche greifen muss. Apple hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass das Unternehmen steigende Komponentenkosten durch Effizienzgewinne in der Produktion oder höhere Absatzzahlen puffern kann. Doch Kuo weist auf ein kritisches Timing-Problem hin: Die massiv gestiegenen Speicherkosten (DRAM und NAND Flash) setzen Apples Margen bereits jetzt erheblich unter Druck.

Wenn die Kosten für Kameralinsen und Arbeitsspeicher gleichzeitig in die Höhe schieben, stellt sich die Frage, wie lange Apple die Preisstabilität beim iPhone noch durchhalten kann. Zwar ist das iPhone ein Premium-Produkt, doch die Preissensibilität der Konsumenten gerade im Smartphone-Sektor ist gestiegen. Ein noch teureres iPhone 18 Pro Max könnte in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld auf weniger Gegenliebe stoßen.

Blick auf 2028: Ultra-Wide avanciert zum COB-Design

Über das unmittelbare iPhone-Update hinaus liefert Kuo auch spannende Einblicke in die langfristige Roadmap. Für die iPhones des Jahres 2028 plant Apple offenbar einen Wechsel beim Ultra-Wide-Modul. Konkret soll das Ultra-Wide CCM vom sogenannten Flip-Chip-Design zu einer verbesserten Chip-on-Board-Version (COB) wechseln.

Beim Flip-Chip-Verfahren wird der Bildsensor mit der aktiven Seite nach unten (face-down) auf das Substrat gelötet. Dies spart Platz und ermöglicht kurze Verbindungswege. Beim COB-Design wird der nackte Chip direkt auf die Leiterplatte gebondet. Warum Apple diesen Wechsel vollziehen will, lässt Kuo weitgehend offen. Es liegt jedoch nahe, dass eine verbesserte COB-Technologie noch kompaktere Bauweisen oder eine bessere Signalintegrität ermöglicht – beides entscheidende Faktoren, wenn Smartphones immer dünner werden und die Rechenleistung der Sensoren steigt. Auch hier positioniert sich Sunny Optical als potenzieller Lieferant für diese Module.

Exkurs: OpenAI-Hardware bei Sunny Optical

Ein weiteres, wenn auch kurioses Detail aus Kuos Bericht betrifft nicht Apple, sondern OpenAI. Demnach arbeitet Sunny Optical ebenfalls an optischen Komponenten für ein mutmaßliches OpenAI-Smartphone sowie ein weiteres tragbares/mobiles Gerät. Das zeigt, dass die Lieferketten der etablierten Hardware-Giganten zunehmend auch von KI-Startups angezapft werden. Sollte OpenAI tatsächlich eigene Consumer-Hardware auf den Markt bringen, käme das einer direkten Konkurrenz zu Apples Vision einer personalisierten KI-Gadget-Erfahrung gleich.

Fazit

Apples Kamera-Roadmap zeigt einmal mehr, dass das Unternehmen im Bereich der Fotografie keine Kompromisse eingeht. Die variable Blende ist ein logischer und von Fotografen sehnlichst erwarteter Schritt. Die Preissteigerung bei den Komponenten ist jedoch ein doppeltes Schwert: Sie droht die ohnehin schon angespannten Margen weiter zu belasten. Sollte Apple die Kosten an die Endkunden weiterreichen, könnte das iPhone 18 Pro zu einem der teuersten Smartphones der Geschichte avancieren. Und auch der Wechsel zu COB bei den Ultra-Wide-Modulen bis 2028 verdeutlicht, dass Apple die Architektur seiner Kamerasysteme fundamental umbaut, um Platz für zukünftige Innovationen zu schaffen.

Quelle: 9to5Mac

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