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AirTag 2 im Praxistest: Lohnt sich das Upgrade wirklich?

Der AirTag 2 verspricht deutlich mehr Reichweite bei der Nahbereichssuche. Ein ausführlicher Praxistest zeigt, wie gross der Unterschied zum Vorgänger und zur Android-Konkurrenz tatsächlich ist.

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Christopher Ackermann21. Februar 2026

Apples neuer Tracker im Härtetest

Der AirTag 2 ist da – und sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Gleiche Form, gleicher Preis, gleiches Prinzip. Doch unter der Haube hat Apple offenbar deutlich nachgebessert. Wie c't 3003 in einem ausführlichen Praxistest zeigt, ist vor allem die massiv gesteigerte Reichweite der Ultra-Breitband-Suche (UWB) ein echter Fortschritt – und könnte für viele Nutzer den entscheidenden Unterschied im Alltag machen.

Dreimal so viel Reichweite bei der Nahbereichssuche

Das Kernversprechen des AirTag 2 ist eine deutlich verbesserte Ortung im Nahbereich. Im Aussentest mit direktem Sichtkontakt konnte der AirTag 2 bereits aus knapp 50 Metern Entfernung eine UWB-Verbindung herstellen – inklusive Richtungspfeil und Meterangabe auf dem iPhone. Der AirTag 1 verlor sein Signal dagegen schon bei etwa 15 Metern. Das ist ein Faktor von mehr als drei.

Auch im Innenbereich, also durch Wände hindurch in einem Bürogebäude, schlug der AirTag 2 bereits bei 24 Metern Entfernung an. Der Vorgänger zeigte zu diesem Zeitpunkt lediglich die wenig hilfreiche Meldung "weit entfernt" an. In der Praxis bedeutet das: Wer in einer grösseren Wohnung oder einem Haus nach verlegten Gegenständen sucht, kann mit dem AirTag 2 erstmals von nahezu jedem Punkt aus die genaue Position abrufen – ohne erst ziellos herumzulaufen.

Auch beim Lautsprecher hat Apple nachgelegt

Neben der Reichweite wurde auch der integrierte Lautsprecher verbessert. In einer schallarmen Kammer gemessen erreicht der AirTag 2 einen maximalen Schallpegel von 81 dBA aus einem Meter Entfernung. Beim AirTag 1 waren es 75 dBA. Der gemittelte Pegel, der näher am tatsächlichen Höreindruck liegt, stieg von 66 auf 75 dBA. Das klingt nach wenig, ist in der Praxis aber deutlich spürbar – gerade wenn der Tracker unter Kissen, in einer Tasche oder wie im Test in einem Radkasten versteckt liegt.

Android-Konkurrenz: Moto Tag mit Einschränkungen

Im Vergleich wurde auch der Moto Tag getestet, Motorolas Tracker für das Android-Ökosystem. Dieser nutzt ebenfalls UWB-Technik und ist ins Google-Find-My-Device-Netzwerk eingebunden. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Die UWB-Nahbereichssuche funktioniert nur mit bestimmten Smartphones, konkret mit Google-Pixel-Pro-Modellen. Wer ein reguläres Pixel 9 nutzt, ist auf Bluetooth beschränkt – und damit ohne Richtungspfeil und präzise Entfernungsangabe.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem des Android-Netzwerks: Die Funktion, fremde Tags über das Netzwerk zu melden, ist bei Android nicht standardmässig aktiviert. Nutzer müssen sie bewusst einschalten, was offenbar nur wenige tun. Das macht die Netzwerk-Ortung – also das Wiederfinden von Gegenständen ausserhalb der eigenen Bluetooth-Reichweite – deutlich unzuverlässiger als bei Apple, wo das "Wo ist?"-Netzwerk standardmässig aktiv ist und von der enormen Verbreitung von iPhones profitiert.

Wie AirTags technisch funktionieren

Für alle, die es genauer wissen wollen: AirTags sind keine GPS-Tracker. Sie senden alle zwei Sekunden ein kleines Bluetooth-Low-Energy-Signal aus. Jedes Apple-Gerät in Reichweite kann dieses Signal empfangen und die Position anonymisiert an Apples Server melden. So lässt sich ein verlorener Gegenstand auch dann auf der Karte anzeigen, wenn das eigene iPhone längst ausser Reichweite ist.

Die UWB-Technik kommt zusätzlich für die Nahbereichssuche zum Einsatz. Sie nutzt extrem kurze Funkpulse im Bereich von 6 bis 9 GHz und misst die sogenannte Time of Flight – also die Laufzeit des Signals. Durch mehrere Antennen im iPhone kann dabei nicht nur die Entfernung, sondern auch die Richtung bestimmt werden. Wichtig: Die verbesserte Reichweite des AirTag 2 erfordert den U2-Chip, der erst ab dem iPhone 15 verbaut ist. Mit älteren Geräten funktioniert der AirTag 2 zwar problemlos, bietet aber nicht die gesteigerte UWB-Reichweite.

Preis und Fazit: Kleines Gadget, grosser Nutzen

Mit 35 Euro für ein einzelnes Exemplar und rund 100 Euro für den Viererpack bleibt der AirTag 2 preislich auf dem Niveau des Vorgängers. Die Batterie – eine handelsübliche Knopfzelle – hält rund ein Jahr und lässt sich vom Nutzer selbst wechseln. Bei Apple direkt gekauft, lassen sich die Tags zudem gravieren.

Der AirTag 2 ist kein revolutionäres neues Produkt, aber ein substanzielles Upgrade. Die dreifache UWB-Reichweite und der lautere Lautsprecher lösen zwei der grössten Schwachstellen des Vorgängers. Wer bereits im Apple-Ökosystem unterwegs ist und regelmässig Dinge verlegt, bekommt hier ein ausgereiftes und im Vergleich zu GPS-Trackern extrem stromsparendes Hilfsmittel. Für Android-Nutzer bleibt die Situation dagegen unbefriedigend: Das Google-Netzwerk ist weniger dicht, die UWB-Unterstützung auf wenige Geräte beschränkt, und eine plattformübergreifende Lösung ist leider weiterhin nicht in Sicht.

Quelle: c't 3003

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