Apples kleiner Helfer geht in die zweite Runde
In einem neuen Video nimmt c't 3003 den brandneuen AirTag 2 unter die Lupe und testet Apples überarbeiteten Bluetooth-Tracker unter realen Bedingungen. Das Fazit des Redakteurs ist dabei schon im Titel des Videos klar: "Ohne kann ich nicht mehr!" – die AirTags sind für ihn der Hauptgrund, im Apple-Ökosystem zu bleiben. Doch hält die zweite Generation, was Apple verspricht?
Äusserlich gleich, technisch aufgewertet
Auf den ersten Blick hat sich beim AirTag 2 wenig getan. Das Design ist praktisch identisch mit dem Vorgänger, der bereits vor fünf Jahren auf den Markt kam. Auch der Preis bleibt unverändert – der AirTag ist damit weiterhin das günstigste Gadget im Apple-Sortiment. Die eigentlichen Neuerungen stecken unter der Haube: Apple verspricht eine deutlich höhere Reichweite bei der Bluetooth-Verbindung, was in der Praxis einen echten Unterschied machen soll.
Genau diese verbesserte Reichweite ist es, die viele Nutzer aufhorchen lässt. Denn ein häufiges Ärgernis mit dem ersten AirTag war die Situation, in der man einen verlorenen Gegenstand sucht, das iPhone aber keine Verbindung zum Tracker herstellen kann. Man läuft dann orientierungslos umher, bis endlich ein Signal empfangen wird. Der AirTag 2 soll dieses Problem deutlich entschärfen.
Praxistest unter realen Bedingungen
c't 3003 hat den Test nicht im Labor durchgeführt, sondern unter harten realen Bedingungen – in und um den Heise Verlag. Das bedeutet: dicke Wände, mehrere Stockwerke, Metallkonstruktionen und all die Störfaktoren, die im Alltag tatsächlich auftreten. Genau solche Szenarien sind es, die einen Tracker-Test aussagekräftig machen, denn im freien Feld funktionieren die meisten Bluetooth-Geräte ordentlich. Die Herausforderung liegt in Gebäuden und urbanen Umgebungen.
Die höhere Reichweite des AirTag 2 basiert auf einem verbesserten Ultra-Breitband-Chip (UWB), der eine zentimetergenaue Ortung ermöglicht. Diese Technologie ist der entscheidende Vorteil gegenüber reinen Bluetooth-Trackern, da sie nicht nur die ungefähre Richtung, sondern auch die exakte Entfernung zum gesuchten Objekt anzeigen kann.
Der Konkurrent: Mototag für Android
Besonders spannend ist, dass c't 3003 nicht nur den AirTag 2 isoliert betrachtet, sondern auch den härtesten Konkurrenten aus dem Android-Lager in den Vergleich einbezieht: den Mototag von Motorola. Dieser Tracker nutzt ebenfalls UWB-Technologie und ist damit einer der wenigen Android-kompatiblen Tracker, die eine vergleichbar präzise Ortung bieten.
Das ist ein wichtiger Vergleich, denn lange Zeit hatten Android-Nutzer in Sachen Tracking-Qualität das Nachsehen. Während Apple mit dem "Wo ist?"-Netzwerk auf Hunderte Millionen iPhones weltweit zurückgreifen kann, baut Google sein "Mein Gerät finden"-Netzwerk erst seit 2024 ernsthaft auf. Die Netzwerkgrösse ist entscheidend, denn ein Tracker ist nur so gut wie die Anzahl der Geräte, die ihn im Vorbeigehen erkennen und seinen Standort melden können.
Warum Tracker so wichtig geworden sind
Die Begeisterung des c't-Redakteurs für AirTags mag auf den ersten Blick übertrieben wirken, ist aber nachvollziehbar. Bluetooth-Tracker haben sich in den letzten Jahren von einem Nischen-Gadget zu einem unverzichtbaren Alltagshelfer entwickelt. Ob Schlüssel, Geldbörse, Rucksack oder Koffer am Flughafen – die kleinen Sender geben ein Stück Sicherheit und sparen im Ernstfall enorm viel Zeit und Nerven.
Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Tracker werden immer wieder für unerwünschtes Stalking missbraucht. Apple hat hier mit akustischen Warnungen und der Erkennung fremder AirTags auf dem iPhone nachgebessert. Auch Google hat mittlerweile entsprechende Schutzmechanismen in Android integriert. Der AirTag 2 soll in diesem Bereich ebenfalls Verbesserungen mitbringen, auch wenn Apple dazu noch nicht alle Details kommuniziert hat.
Einordnung: Evolution statt Revolution
Der AirTag 2 ist kein radikal neues Produkt, sondern eine solide Weiterentwicklung. Die verbesserte Reichweite adressiert das grösste Praxisproblem des Vorgängers. Dass Apple am bewährten Design und Preis festhält, ist dabei durchaus klug – der AirTag hat sich als Form-Faktor etabliert, und ein höherer Preis würde die Einstiegshürde unnötig erhöhen.
Für Nutzer, die bereits im Apple-Ökosystem unterwegs sind, dürfte der AirTag 2 ein sinnvolles Upgrade sein, insbesondere wenn man regelmässig mit den Reichweiten-Limitierungen des ersten Modells zu kämpfen hatte. Android-Nutzer sollten den Mototag im Auge behalten – die UWB-Unterstützung macht ihn zu einer ernstzunehmenden Alternative, auch wenn das zugrunde liegende Netzwerk noch nicht die Dichte von Apples "Wo ist?" erreicht.
Quelle: c't 3003